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Zitate zum Thema "Leben"
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Im «östlichen Geist», sagt Meister Suzuki, «ist etwas von einer großen Stille, ein Unstörbares, so als blicke er immer in die Ewigkeit. Diese Stille ist nicht Abwesenheit von Leben. Es ist vielmehr die Stille des Abgrundes der Ewigkeit, darin alle Dinge "daheim" sind.»
Karlfried Graf Dürckheim, Zen und wir
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Im heutigen Leben gehört die Welt einzig den Dummen, den Selbstgefälligen und den Umtriebigen. Das Recht, zu leben und zu triumphieren, erwirbt man heute mehr oder weniger mit den gleichen Mitteln, mit denen man die Einweisung in ein Irrenhaus erreicht: die Unfähigkeit zu denken, die Unmoral und die Überregtheit.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe
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Im Laufe des Lebens gewöhnen wir uns so an ständige Wiederholungen, dass die Zeit immer schneller zu vergehen scheint. War in der frühen Kindheit noch alles voller Geheimnis und Abenteuer, scheint nun alles nach «Schema F» abzulaufen. Und tatsächlich - das bestätigen die östlichen Lehren und die zeitgenössischen westlichen Wissenschaftler -, was stets wiederholt wird, gräbt Furchen wie ein kleiner Bach, der in seinem Bett immer schneller fließt. Und dann entsteht womöglich das Gefühl, unaufhaltsam im Getriebe des Alltags auf das Ende, das Grab zugeschoben zu werden. Ein ziemlich trostloser Tanz.
Salvesen/Brandes, Leben im Rhythmus
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In den Städten ist das Leben kleiner
Als hier in meinem Haus auf dem Hügel.
In der Stadt versperren die großen Häuser die Aussicht,
Verdecken den Horizont, stoßen unseren Blick weit fort
vom Himmel.
Machen uns klein, denn sie nehmen uns, was unsere Augen uns
geben können,
Und machen uns arm, denn unser einziger Reichtum ist Sehen.
Fernando Pessoa, Alberto Caeiro - Poesias, Poesie
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In der Meditation lösen sich alte Stresse, und wir müssen mit Symptomen dieser Entstressung rechnen. Durch den Meditationsprozeß werden unerledigte Konflikte erledigt und alte Stresse ausgeschwemmt. Manchmal geschieht das während der Meditation, und man fühlt sich hinterher im Leben befreiter und besser. Manchmal erlebt man aber auch eine sehr schöne Meditation mit sehr entspannten und guten Gefühlen und stößt hinterher im sozialen Kontakt plötzlich auf neue Gefühle der Gereiztheit oder des Ärgers, die vorher unterdrückt worden waren und durch die Meditation sichtbar geworden sind.
Schwäbisch/Siems, Selbstentfaltung durch Meditation
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In der Sekunde nun, als dieser mit dem Kuchengeschmack gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen und war wie gebannt durch etwas Ungewöhnliches, das sich in mir vollzog. Ein unerhörtes Glücksgefühl, das ganz für sich allein bestand und dessen Grund mir unbekannt blieb, hatte mich durchströmt. Mit einem Schlage waren mir die Wechselfälle des Lebens gleichgültig, seine Katastrophen zu harmlosen Mißgeschicken, seine Kürze zu einem bloßen Trug unserer Sinne geworden; es vollzog sich damit in mir, was sonst die Liebe vermag, gleichzeitig aber fühlte ich mich von einer köstlichen Substanz erfüllt: oder diese Substanz war vielmehr nicht in mir, sondern ich war sie selbst. Ich hatte aufgehört, mich mittelmäßig, zufallsbedingt, sterblich zu fühlen.
Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 1, In Swanns Welt,
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In der Wortverbindung «Tiefenpsychologie» hat «Tiefe» auch einen zeitlichen Sinn: die Urgründe der Menschenseele sind zugleich auch Urzeit, jene Brunnentiefe der Zeiten, wo der Mythos zu Hause ist und die Urnormen, Urformen des Lebens gründet. Denn Mythos ist Lebensgründung; er ist das zeitlose Schema, die fromme Formel, in die das Leben eingeht, indem es aus dem Unbewußten seine Züge reproduziert.
Karl Kerényi, Die Mythologie der Griechen
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In ganz seltenen Augenblicken öffnet sich dem Menschen eine Wirklichkeit, in der das über ihn und zugleich in ihm waltende Wesen, den Sinn des Lebens mit einer alles durchleuchtenden Plötzlichkeit erblickt und erfaßt. Das ganze frühere Leben versinkt in ein Nichts vor diesem Erleben, alle seine Konflikte und die Leiden und Qualen und Irrungen, die sie verursacht haben, erscheinen kleinlich und wesenlos. Der Sinn ist erschienen und die Wege ins lebendige Leben stehen der Seele offen.
Georg Lukács, Theorie des Romans
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In jedem Augenblick unseres Lebens stirbt also unser geliebtes Ich, aber jedem dieser Tode folgt - aufgrund von Unwissenheit und karmischen Formkräften - eine Wiedergeburt, gleichsam eine neue «Inkarnation» der Ich-Vorstellung. Und nach buddhistischer Auffassung besteht kein grundsätzlicher Unterschied zwischen diesem Sterben und Wiedergeborenwerden im Augenblick und dem Vorgang des physischen Todes und der Wiederverkörperung. Bei Tod und Wiedergeburt im Augenblick nehmen wir lediglich immer wieder denselben Körper als Träger unserer Ich-Vorstellung, wenn wir körperlich sterben, müssen wir uns dagegen wieder einen neuen physischen Träger suchen, einen neuen Körper.
Bercholz/Chödzin, Ein Mann namens Buddha
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In Leben und Tod findet wer erhabenen Geistes ist
Nichts aufzugeben noch zu ergreifen.
Nicht Wunsch, das All zerschmölze,
Nicht Gram über seinen festen Bestand, -
Leben, wie es sich gibt: davon reich
Weilt er wie es ihm wohl ist.
Leopold von Schroeder, Bhagavadgita/Aschtavakragita
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