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Zitate zum Thema "Neigung"
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Das in den imperialen Kulturen und ihren Religionen schon früh statuierte Ressentiment gegen das Ich und seine Neigung, sich und das Seine zur Geltung zu bringen, statt in der Unterordnung glücklich zu werden, lenkte über nicht weniger als zwei Jahrtausende hin von der Einsicht ab, daß der vielgescholtene Egoismus in Wahrheit oft nur das Incognito der besten menschlichen Möglichkeiten darstellt. Erst Nietzsche hat in dieser Frage wieder für klare Verhältnisse gesorgt.
Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit
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Denn nicht Trinkgelage und Gastmahl, nicht das Kosen schöner Knaben und Mädchen, nicht der Genuß einer reichen Tafel bieten ein vergnügtes Leben, sondern es wird von der nüchternen Vernunft bereitet, die den Grund jeder Neigung und Abneigung erforscht und alle Gedanken verscheucht, die unsere Seelenruhe verwirren.
Epikur, Brief an Menoikeus, In: Karl Vorländer, Philosophie des Altertums
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Der Befürworter des garantierten Jahreseinkommens muß dem Einwand begegnen, daß der Mensch faul sei und nicht arbeiten wolle, wenn das Prinzip «arbeiten oder verhungern» abgeschafft würde. Tatsächlich aber stimmt das nicht. Wie ein überwältigendes Beweismaterial ergibt, hat der Mensch eine angeborene Neigung, sich zu betätigen, und Faulheit ist ein pathologisches Symptom. In einem System der «Zwangsarbeit», in dem der Attraktivität der Arbeit kaum Beachtung geschenkt wird, sucht der Mensch ihr wenigstens auf kurze Zeit zu entrinnen. Würde das gesamte Gesellschaftssystem so geändert, daß die Verpflichtung zur Arbeit nicht mehr mit Zwang und Drohung verbunden wäre, würde es nur noch eine Minderheit von kranken Menschen vorziehen, nichts zu tun.
Erich Fromm, Die Revolution der Hoffnung
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Der beste Maßstab für deinen Grad an Bewusstheit ist, wie du mit den Herausforderungen des Lebens umgehst, wenn sie auf dich zukommen. Jemand, der schon unbewusst ist, neigt dann dazu, noch unbewusster zu werden. Ein bereits bewusster Mensch wird wesentlich bewusster. Du kannst eine Harausforderung benutzen, um aufzuwachen, oder du kannst sie benutzen, um noch tiefer zu schlafen. Der Traum gewöhnlicher Unbewusstheit verwandelt sich dann in einen Albtraum.
Eckhart Tolle, Jetzt! Die Kraft der Gegenwart
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Die besten Lehrer denken nur an den Schüler. Sie fördern unabhängig von ihren eigenen Neigungen, das Beste im Schüler zutage, und arbeiten daran, ihr Wissen so zu vermitteln, daß der Schüler es in sich aufnehmen kann. Sie sind wie ein lebenspendender Strom.
Deng Ming-Dao, Tao im täglichen Leben
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Einsicht ist nicht Wille, und Neigung ist nicht Wille; Erkenntnis ist kalt, und Güte stirbt in Wünschen. Beide müssen sich vermischen, um die Tatkraft echten Willens zu erzeugen. Nur dort kann eine vorwärtsstrebende Kraft entstehen, wo der Mensch sich ganz und gar in Willen umsetzt, in der Art, daß der Wille ihn macht und er den Willen macht.
Ralph Waldo Emerson, Von der Schönheit des Guten
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Mach dich los von deinem Verhaltensmuster, die Dinge als gut oder schlecht, liebenswert oder hassenswert, angenehm oder unangenehm und so weiter anzusehen. Die Neigung, in die Falle von Scheingegensätzen zu geraten, ist ein alltägliches und schwächendes Übel. Bleibe stattdessen innerlich ruhig und im Selbst zentriert.
Bhagavadgita, Übersetzung von Peter Kobbe
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Schelling sagte zunächst, daß es der Aufklärung zwar gelungen war, Geist und Natur (oder Noosphäre und Biosphäre) zu differenzieren, daß sie darüber aber den transzendentalen und einigenden Grund beider vergaß und damit zur Dissoziation von Geist und Natur neigte, dem Desaster der Moderne.
Ken Wilber, Eine kurze Geschichte des Kosmos
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Wu-wei ist daher der Lebensstil eines Menschen, der dem Tao folgt, und ist in erster Linie als eine Form von Intelligenz zu verstehen. Das heißt, man kennt die Prinzipien, Strukturen und Neigungen menschlicher und natürlicher Dinge so gut, daß man im Umgang mit ihnen ein Minimum an Energie verbraucht [...].
Es ist die «unbewußte» Intelligenz des ganzen Organismus und im besonderen die dem Nervensystem innewohnende Weisheit. Wu-wei ist eine Verbindung dieser Weisheit mit dem Weg des geringsten Widerstandes bei allem, was man tut. Es ist nicht das Vermeiden von Anstrengung.
Alan Watts, Der Lauf des Wassers
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Wenn sich das Gewahrsein für den Körper öffnet, neigen wir weniger dazu, uns im Kopf zu verlieren, und lassen uns vom Wandel mentaler Bedingungen und Zustände nicht mehr so leicht verwirren [...].
Wir beginnen, Gedanken und Geisteszustände mit unseren gesamten Organismus zu erfahren. Fühlen und Denken werden so zu dicht beieinanderliegenden Aspekten eines einzigen Prozesses.
Stephen Levine, Schritte zum Erwachen
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