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Zitate zum Thema "Ordnung"
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Das ist das Faszinierende an den Gefängnissen, daß sich die Gewalt nicht verbirgt, nicht maskiert, daß sie sich als eine bis in die letzten Details ausgeklügelte zynische Tyrannei darstellt und daß sie andererseits vollkommen «gerechtfertigt» ist, da sie in eine Moral eingebettet ist: ihre brutale Tyrannei ist die ungetrübte Herrschaft des Guten über das Böse, der Ordnung über die Unordnung.
Michel Foucault, Von der Subversion des Wissens
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Der Ausdruck «Und jetzt ...» umfaßt das Eingeständnis, daß die von den blitzschnellen elektronischen Medien entworfene Welt keine Ordnung und keine Bedeutung hat und nicht ernst genommen zu werden braucht. Kein Mord ist so brutal, kein Erdbeben so verheerend, kein politischer Fehler so kostspielig, kein Torverhältnis so niederschmetternd, kein Wetterbericht so bedrohlich, daß sie vom Nachrichtensprecher mit seinem «Und jetzt ...» nicht aus unserem Bewußtsein gelöscht werden könnten.
Neil Postman, Wir amüsieren uns zu Tode
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Der neue Ernstfall stellt sich aktuell unter zwei Erscheinungsformen dar: in den liberalen Demokratien als postdemokratische Ordnungspolitik, die sich als Rückbildung von Politik zu Polizei und als Umwandlung von Politikern zu Agenten des Verbraucherschutzes äußert; in den gescheiterten Staaten als Bürgerkrieg, in dem Armeen aus kräftigen Überflüssigen sich gegenseitig dezimieren.
Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit
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Der Zufall als ein nicht berechenbares und nicht gesetzmäßiges Geschehen würde jeden Kosmos in ein Chaos verwandeln. Bauen wir einen Computer, so stellt dieser in sich einen kleinen Kosmos dar: Er ist gesetzmäßig konstruiert, sein Funktionieren ist von der Einhaltung dieser Gesetze abhängig. Lötet man in diesen Schaltkreis willkürlich ein paar Transistoren, Kondensatoren und Widerstände ein, die nicht zum gesetzmäßigen Schaltplan gehören, so verwandeln diese eingebauten Repräsentanten des Zufalls den gesamten Kosmos in ein Chaos, und der Computer arbeitet nicht mehr sinnvoll. Das gleiche gilt auch für unsere Welt. Bereits beim ersten zufälligen Ereignis würde unsere Welt aufhören zu existieren.
Thorwald Dethlefsen, Schicksal als Chance
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Die dem Tao folgen, nutzen vielleicht ihre Beobachtungsgabe ein wenig besser als andere und wissen, wann sie abwarten müssen, bis die Umstände zum Handeln reif sind. Wenn sie das richtige Maß an Hebelkraft einsetzen, fällt alles an seinen Platz. Das nennen die Leute dann ein Wunder. In Wirklichkeit können wir alle dieselben Resultate erzielen - wenn wir nur dieselben Prinzipien begreifen würden.
Deng Ming-Dao, Tao im täglichen Leben
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Die Engel erstaunen, wenn sie hören, dass es Menschen gibt, die alles der Natur und nichts dem Göttlichen zuschreiben, und auch solche, die glauben, dass ihr Leib, in dem so viele bewundernswerte Dinge des Himmels zusammengetragen sind, aus der Natur zusammengeflossen sei, ja dass sogar auch das Vernünftige des Menschen von daher stamme, während sie doch, wenn sie nur einigermaßen ihren Geist anstrengen wollten, sehen könnten, dass dergleichen Dinge aus dem Göttlichen und nicht aus der Natur stammen und dass die Natur nur erschaffen wurde, um das Geistige zu umkleiden und es in angemessener Weise im Letzten der Ordnung darzustellen!
Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle
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Die ganze bisherige Kulturforschung behauptet, daß es gesellschaftliche Ordnung bei Triebfreiheit nicht geben kann. Dagegen behauptet und beweist die Sexualökonomie nicht nur, daß es das gibt und geben kann, sondern vielmehr, daß mit der sexualökonomischen Regulierung des Liebeslebens, welche restlose Sexualbejahung anstelle der Sexualverneinung zur ersten Voraussetzung hat, sich zum ersten Male einige der großen Fragen der Menschheit lösen lassen werden, die heute ihr Leben bedrücken [...].
Wilhelm Reich, Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral
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Die Quantenphysik befreit uns von der Zeit, weil sie in ihr nichts anderes sieht als einen Parameter, der die Reihenfolge von Zuständen ordnet.
Fred Alan Wolf, Parallele Universen - Die Suche nach anderen Welten
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Die scheinbare Einheit der Person in diese vielen Figuren auseinanderzuspalten gilt für verrückt, die Wissenschaft hat dafür den Namen Schizophrenie erfunden [...].
Infolge jenes Irrtums gelten viele Menschen für «normal», ja für sozial hochwertig, welche unheilbar verrückt sind, und umgekehrt werden manche für verrückt angesehen, welche Genies sind. Wir ergänzen deshalb die lückenhafte Seelenlehre der Wissenschaft durch den Begriff, den wir Aufbaukunst nennen. Wir zeigen demjenigen, der das Auseinanderfallen seines Ichs erlebt hat, daß er die Stücke jederzeit in beliebiger Ordnung neu zusammenstellen und daß er damit eine unendliche Mannigfaltigkeit des Lebensspieles erzielen kann.
Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Gesammelte Werke Bd. 7
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Die unerschöpfliche «Ordnungs»kapazität der Massenmedien gründet in ihrem additiven «Stil». Nur weil sie sich auf dem Nullpunkt gedanklicher Durchdringung festgesetzt haben, können sie alles geben und alles sagen, und dies wiederum alles auf einmal. Sie haben nur ein einziges intelligibles Element: das «Und». Mit diesem «Und» läßt sich buchstäblich alles zu Nachbarn machen. So entstehen Ketten und Nachbarschaften, von denen sich kein Rationalist und kein Ästhet etwas träumen ließen: Sparbeschlüsse - und - Uraufführungen - Motorradweltmeisterschaften - und - Dirnensteuer - und Staatsstreiche [...].
Die Medien können alles geben, weil sie den Ehrgeiz der Philosophie, das Gegebene auch zu verstehen, restlos haben fallenlassen. Sie umfassen alles, weil sie nichts erfassen; sie bringen alles zur Sprache und sagen über alles nichts.
Peter Sloterdijk, Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2
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