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Zitate zum Thema "Politik - Politiker"
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Jedes soziale System wird sich, solange es kann, gegen seine Selbstauflösung zur Wehr setzen; die Botschaft Jesu aber droht bis heute das Funktionieren des gesamten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gefüges der Staaten und Nationen, der Kirchen und Verbände, der Banken und Konzerne, der Waffenexporteure und des Militärs von Grund auf zu gefährden; was Wunder also, daß das bestehende System sich gegen den Mann aus Nazareth zur Wehr setzt, wie das Immunsystem des Körpers sich gegen einen eingedrungenen Virus zur Wehr setzen wird?
Eugen Drewermann, Jesus von Nazareth, Befreiung zum Frieden
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Das Elend der Vielen ist alt wie das Gebirge und wird von Kanzel und Katheder für unzerstörbar erklärt wie das Gebirge.
Bertolt Brecht, Leben des Galilei
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Das in den imperialen Kulturen und ihren Religionen schon früh statuierte Ressentiment gegen das Ich und seine Neigung, sich und das Seine zur Geltung zu bringen, statt in der Unterordnung glücklich zu werden, lenkte über nicht weniger als zwei Jahrtausende hin von der Einsicht ab, daß der vielgescholtene Egoismus in Wahrheit oft nur das Incognito der besten menschlichen Möglichkeiten darstellt. Erst Nietzsche hat in dieser Frage wieder für klare Verhältnisse gesorgt.
Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit
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Der war on terror besitzt die ideale Eigenschaft, nicht gewonnen werden zu können - und daher nie beendet werden zu müssen.
Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit
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Der Ausdruck «Und jetzt ...» umfaßt das Eingeständnis, daß die von den blitzschnellen elektronischen Medien entworfene Welt keine Ordnung und keine Bedeutung hat und nicht ernst genommen zu werden braucht. Kein Mord ist so brutal, kein Erdbeben so verheerend, kein politischer Fehler so kostspielig, kein Torverhältnis so niederschmetternd, kein Wetterbericht so bedrohlich, daß sie vom Nachrichtensprecher mit seinem «Und jetzt ...» nicht aus unserem Bewußtsein gelöscht werden könnten.
Neil Postman, Wir amüsieren uns zu Tode
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Der Bürger ist deshalb seinem Wesen nach ein Geschöpf von schwachem Lebensantrieb, ängstlich, jede Preisgabe seiner selbst fürchtend, leicht zu regieren. Er hat darum an Stelle der Macht die Majorität gesetzt, an Stelle der Gewalt das Gesetz, an Stelle der Verantwortung das Abstimmungsverfahren.
Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Gesammelte Werke Bd. 7
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Der große Staatsmann ist der Gärtner eines Volkes.
Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes
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Der neue Ernstfall stellt sich aktuell unter zwei Erscheinungsformen dar: in den liberalen Demokratien als postdemokratische Ordnungspolitik, die sich als Rückbildung von Politik zu Polizei und als Umwandlung von Politikern zu Agenten des Verbraucherschutzes äußert; in den gescheiterten Staaten als Bürgerkrieg, in dem Armeen aus kräftigen Überflüssigen sich gegenseitig dezimieren.
Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit
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Die alte Welt kannte den Sklaven und Unfreien - sie waren die Träger des unglücklichen Bewußtseins ihrer Zeit. Die Moderne hat den Verlierer erfunden. Diese Figur, der man auf halbem Weg zwischen den Ausgebeuteten von gestern und den Überflüssigen von heute und morgen begegnet, ist die unverstandene Größe in den Machtspielen der Demokratien.
Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit
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Die Bewohner der wohlhabenden Nationen schlafwandeln zumeist im unpolitischen Pazifismus. Sie verbringen ihre Tage in einer vergoldeten Unzufriedenheit.
Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit
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