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Zitate zum Thema "Tradition"
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Der Konformitätsstil entwickelt eine neue Art von Moral, eine neue Art des Überichs. Aber bei der neuen Moral handelt es sich nicht um das Gewissen humanistischer Tradition, und das neue Über-Ich entspricht auch nicht der Vorstellung vom autoritären Vater. Tugendhaft sein heißt, angepaßt sein und so sein wie die anderen. Lasterhaft sein heißt, sich unterscheiden.
Erich Fromm, Wege aus einer kranken Gesellschaft
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Die Erhaltung der Norm der Vollbeschäftigung tendiert grundsätzlich dahin, die auf der Leistungsethik beruhenden Herrschaftsbeziehungen zu erhalten.
Diese Politik, die ideologischen Grundlagen des Herrschaftsverhältnisses zu bewahren, hat hohe gesellschaftliche Kosten. Sie führt notwendig zu einer Zweiteilung der erwerbstätigen Bevölkerung: auf der einen Seite steht eine Elite von geschützten und ständig vollbeschäftigten Arbeitern, die die traditionellen Werte des Industrialismus wahren und an ihrer Arbeit wie ihrem sozialen Status hängen; auf der anderen Seite eine Masse von Arbeitslosen und unqualifizierten Arbeitern ohne Status, die unregelmäßig und ungeschützt zur Verrichtung wechselnder, aber immer uninteressanter Arbeiten herangezogen werden.
André Gorz, Wege ins Paradies
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Erleuchtung ist ein Wort, das oft gebraucht wird, um Fortschritt in der Ausübung dieser Disziplinen zu benennen, einen Durchbruch in die Ebene der Wahrnehmung hinein - bei dem ein dunkler Punkt mit Licht überflutet wird. Indische Tradition spricht vom Öffnen des dritten Auges, wodurch man mehr und von einem neuen Standpunkt sieht. Satori, der angestrebte Zustand beim Zen, wird als «Erwachen» verstanden. Die Sufis sprechen davon, eine neues Wahrnehmungsorgan zu entwickeln.
Berichte über die Erfahrungen Meditierender weisen darauf hin, daß eine hauptsächliche Nachwirkung konzentrativer Meditationsübungen aus einem «Öffnen» der Wahrnehmung besteht, aus einer «Deautomatisierung» [...].
Claudio Naranjo/Robert E. Ornstein, Psychologie der Meditation
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Geistige Phänomene wie Selbstbewußtsein, Willensfreiheit, Kreativität, selbst die Fähigkeit zur übersinnlichen Wahrnehmung finden einfache Erklärungen, wenn das Problem der Trennung zwischen Geist und Körper im Gesamtkontext eines monistischen Idealismus und der Quantentheorie neu formuliert wird. Auf diese Weise können wir unsere Ganzheitlichkeit begreifen und verstehen, wie wir mit dem, was die großen spirituellen Traditionen seit Jahrtausenden vermitteln, ganz und gar im Einklang sind.
Amit Goswami, Das Bewusste Universum
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In allen östlichen Weisheitstraditionen wird die Meisterschaft darin gesehen, dass da niemand mehr ist, der kontrolliert oder irgendetwas will. Der Meister verschwindet als Akteur. Er wird zum Atmen, zum Tanz der Körperübung, sei es Schwertkampf, Kung Fu, Bogenschießen oder Tuschmalerei. Alles geschieht von selbst - in einem stetigen Fluss, wie Musik.
Salvesen/Brandes, Leben im Rhythmus
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In seinem Buch Die Schwelle der Hoffnung überschreiten äußert sich Papst Johannes Paul II.: «Wenn [Christus] nur ein Weiser wäre wie Sokrates, ein Prophet wie Mohammed oder ein Erleuchteter wie Buddha, dann wäre er mit Sicherheit nicht, was er ist. Er ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen.» Hinter dieser Aussage steht der Gedanke, daß das Christentum den einzigen Weg zur Erlösung bietet und alle anderen religiösen Traditionen wertlos sind. Diese Haltung schließt jeden Dialog aus und fördert die religiöse Intoleranz und Diskriminierung. Sie ist nicht hilfreich.
Thich Nhat Hanh, Meditationen zu "Lebendiger Buddha, lebendiger Christus"
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Macht euch frei von allem, was ihr in euch oder außerhalb von euch findet - Religion, Tradition und Gesellschaft -, denn nur so werdet ihr Befreiung finden.
Lin-Chi, In: Zensho W. Kopp, Die Freiheit des Zen
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Viele Menschen halten spirituelle Praktiken nur dann für authentisch, wenn sie von etablierten spirituellen Traditionen «offiziell» gelehrt werden. Und sie haben in gewisser Hinsicht recht. Aber am authentischsten ist die spirituelle Praxis dann, wenn man sie selbst gestaltet.
Lewis Richmond, Arbeit und Spiritualität
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Vom spirituellen Gesichtspunkt aus gesehen wird sowohl in der christlichen als auch in der hinduistischen Tradition der Körper häufig mit einem Tempel verglichen. Analog dazu können wir das dritte Auge als das Tor zum Tempel bezeichnen. Indem wir das Tor durchschreiten, begeben wir uns von der profanen in die geistliche Welt, von dem Zustand, in dem wir über das spirituelle Leben lesen und nachdenken, in den Zustand, in dem wir es erfahren.
Samuel Sagan, Tor zu inneren Welten
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Wer glaubt, daß er denkt, ohne in den Abgrund seiner Singularität geblickt zu haben, der redet sich nur ein, daß er denkt - er träumt einen konformistischen Traum, und wäre es der des kritischen Bewußtseins. Wer wirklich denkt, ist zu einer Einsamkeit verurteilt, die zum Neubeginn und Selbsterfühlen zwingt; nach diesem gibt es keine «Tradition» mehr, sondern nur noch ein Sichwiederfinden in Verwandtschaften und Konstellationen.
Peter Sloterdijk, Der Denker auf der Bühne
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