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Zitate zum Thema "Warten"
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Beim Dauerlauf Geschichte rechnen ohnehin nur die fortschrittlichsten Fortschrittsphilosophen damit, daß er ad finem stattfindet: für sie lohnt es sich, sich zu sputen und möglichst jeden zu überholen, um stets ganz vorn zu sein. Aus abstrakten Gründen eilig sind auch noch die Transzendentalphilosophen; sie brauchen ihr regulatives Prinzip wie einst Nurmi die Stoppuhr: auch das treibt an. Die anderen aber dürfen bummeln, denn sie können einsehen: die aussichtsreiche Aktualitätsstrategie besteht gar nicht darin, die eigene Aktions- und Lerngeschwindigkeit zu steigern, sondern im Gegenteil darin, gelassen zu warten, bis der Wettlauf - von hinten überrundend - wieder bei einem vorbeikommt: vorübergehend gilt man dann bei denen, die überhaupt mit Avantgarden rechnen, irrtümlich wieder als Spitzengruppe.
Odo Marquard, Skeptische Betrachtungen zur Lage der Philosophie - In: Hermann Lübbe (Hrsg.): Wozu Philosophie?
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Bereit sein ist viel, warten können ist mehr, doch erst den rechten Augenblick nützen, ist alles.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken
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Die Sinnantwort wird nicht durch die letzten Dinge gegeben, sondern durch die nächsten. Viele Menschen warten zeitlebens auf den großen Augenblick, der ihrem Leben einen akzeptablen Sinn gibt. Die meisten warten vergebens und sterben - ihrer Meinung nach -, ohne daß ihr Leben einen bemerkenswerten Sinn gehabt hätte.
Die Erfahrung des leeren Lebens, das «eigentlich» nicht wert war gelebt zu werden, macht nicht selten das aus, was man Mittlebens- oder Endlebenskrise nennt.
Rupert Lay, Vom Sinn des Lebens
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Dies also ist der Wucher der Zeit: seine Opfer werden Alle, die nicht warten können.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit
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Ich liebe mich in diesem jetzigen Augenblick - ich will damit nicht warten, bis ich abgenommen oder einen neuen Liebhaber oder dies oder jenes gefunden habe. Dieser Moment ist meine Wirklichkeit und ich weiß, allein hier und jetzt ist der Zeitpunkt, zu dem ich anfangen kann, mich so zu lieben und anzunehmen, wie ich bin. Bedingungslose Liebe ist Liebe ohne Erwartungen, und auf diese Weise will ich mich lieben. Bedingungslose Liebe bedeutet, alles so anzunehmen, wie es ist.
Louise L. Hay, Meine innere Weisheit, Meditationen für Herz und Seele
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Manche warten auf «rotes Licht», um nicht auf die andere Seite zu müssen.
Stanislaw Jerzy Lec, Neue unfrisierte Gedanken
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Sprechen wir nicht länger vom «Menschensohn»; formulieren wir das «apokalyptische» Anliegen Jesu ganz einfach so: «Mit der Menschlichkeit kann man nicht warten. Nur wer sie jetzt lebt, nur wer sie heute verwirklicht, gewinnt sich, bewahrt sich, bewährt sich als Mensch. Wer sie hingegen jetzt nicht lebt, nicht heute, nicht in diesem Augenblick, der vertut sich, der verliert sich, der ist ein Verlorener, so viel Gewinn er dabei auch zu machen hofft.» «Denn was nutzt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden an seiner Seele (an seinem Selbst!) leidet!» (Mk 8,36). Richtig zu leben oder gar nicht zu leben - das bedeutet die Entscheidung für oder gegen die Botschaft Jesu [...].
Eugen Drewermann, Jesus von Nazareth, Befreiung zum Frieden
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Und wie alle nichtdualen Weisen überall auf der Welt stießen auch die Idealisten auf das Unerhörte und völlig paradox erscheinende Geheimnis, daß die endgültige Befreiung und Erlösung immer schon erreicht ist [...].
So sagt auch Hegel, daß das absolut Gute sich in der Welt allezeit selbst verwirklicht: Es braucht nicht auf uns zu warten, sondern ist bereits in seiner vollen Gänze erreicht.
Ken Wilber, Eros, Kosmos, Logos
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Warten ist ein Geisteszustand. Grundsätzlich bedeutet es, dass du die Zukunft willst; du willst nicht die Gegenwart. Du willst nicht das, was du hast, du willst das, was du nicht hast. Mit jeder Art von Warten schaffst du unbewusst einen inneren Konflikt zwischen deinem Hier und Jetzt, wo du nicht sein willst, und der projizierten Zukunft, wo du sein willst. Das reduziert die Qualität deines Lebens gewaltig, weil du die Gegenwart verlierst.
Eckhart Tolle, Jetzt! Die Kraft der Gegenwart
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