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Zitate zum Thema "Zen-Geschichten"
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Zen-Geschichten (11)
Ein Mönch fragt Zen-Meister Joshu: «Ist derjenige, der über gut und schlecht hinaus ist, befreit oder nicht befreit?» Joshu antwortet: «Er ist nicht befreit.» Der Mönch fragt nach: «Warum nicht?» Joshu erwidert: «Weil er innerhalb von gut und böse ist».
Marco Aldinger, "Was ist die ewige Wahrheit?" "Geh weiter!"
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Zen-Geschichten (12)
Ein Schüler fragte Zen-Meister Philip Kapleau. «Was kann ein Zen-Meister mir geben?» Kapleau antwortete: «Er kann dir nichts geben, was du nicht schon hast, aber er kann dir vieles nehmen, was deiner wahren Natur fremd ist».
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Zen-Geschichten (13)
In Indien saß einst ein Einsiedler am Ufer des Flusses, als er von einem jungen Mann in seiner Meditation gestört wurde. Der junge Mann kniete nieder und sagte:
«Meister, ich will euer Schüler werden.»
«Weshalb?» fragte der Meister.
«Weil ich Gott finden will.»
Der Meister sprang auf, packte den jungen Mann am Genick, zerrte ihn zum Fluß und stieß seinen Kopf unter Wasser. Nach einer Weile ließ er den jungen Mann los und zog ihn aus dem Fluß. Der junge Mann spie das Wasser aus, das er geschluckt hatte, und fing an zu husten. Ein wenig später hatte er sich beruhigt.
«Was wolltest du am meisten, als ich dich unter Wasser hielt?» fragte der Meister.
«Luft», sagte der junge Mann.
«Gut», sagte der Meister. «Geh wieder dorthin, wo du hergekommen bist, und komm zu mir zurück, wenn du Gott genausosehr willst, wie du eben Luft wolltest».
Janwillem van de Wetering, Der leere Spiegel
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Zen-Geschichten (14)
Ein junger Novize, der eben ins Kloster aufgenommen worden war, sagte zu Zen-Meister Joshu: «Ich bin neu im Kloster, bitte zeigt mir den Weg.» Joshu fragte: «Hast du schon gefrühstückt?» Der Novize antwortete: «Ja, ich habe mein Frühstück bereits beendet.» Joshu sagte: «Dann geh und wasch deine Eßschalen.»
Joshu
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Zen-Geschichten (15)
Ein Soldat namens Nobushige kam zu Hakuin und fragte: «Gibt es wirklich ein Paradies und eine Hölle?»
«Wer bist du?» erkundigte sich Hakuin. «Ich bin ein Samurai», antwortete der Krieger. «Du ein Soldat!» rief Hakuin. «Welcher Herrscher mag dich wohl zur Schildwache haben? Dein Gesicht sieht aus wie das eines Bettlers.»
Nobushige wurde so wütend, daß er nach seinem Schwert griff, aber Hakuin fuhr fort: «So, du hast ein Schwert! Deine Waffe ist wohl viel zu stumpf, um mir den Kopf abzuschlagen.»
Als Nobushige sein Schwert zog, bemerkte Hakuin:
«Hier öffnen sich die Pforten der Hölle!»
Bei diesen Worten steckte der Samurai, der die Methode des Meisters erkannte, sein Schwert in die Scheide zurück und verneigte sich.
«Hier öffnen sich die Pforten des Paradieses», sagte Hakuin.
Paul Reps, Ohne Worte, ohne Schweigen, Paul Reps (Hrsg.)
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Zen-Geschichten (16)
Der Bürgermeister bot jedem eine Belohnung von 50 Goldstücken, der einen Vorschlag einbringen konnte, der der Dorfgemeinschaft Geld einspare. Der Zen-Meister des Dorfes schlug dem Bürgermeister vor; «Streichen Sie die Belohnung!»
Marco Aldinger, "Was ist die ewige Wahrheit?" "Geh weiter!"
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Zen-Geschichten (17)
Als der Zen-Meister erfahren hatte, daß sein ältester Sohn ums Leben gekommen war, weinte er bitterlich. Einer seiner Schüler wandt[e] sich an ihn: «Warum weint ihr, Meister? Ihr lehrt doch, daß alles Illusion ist.» Der Meister erwiderte: «Ja, du hast Recht. In der Tat ist alles Illusion; und der Tod eines Kindes ist die größte dieser Illusionen.»
Marco Aldinger, "Was ist die ewige Wahrheit?" "Geh weiter!"
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Zen-Geschichten (18)
Eines Tages begegnete Hotei einem Zen-Mönch,
und dieser fragte ihn: «Was ist das Geheimnis
des Zen?»
Hotei ließ sofort als stumme Antwort seinen Sack,
den er auf dem Rücken trug, zu Boden fallen und
breitete die Arme aus.
«Dann sage mir», fragte der Mönch, «worin besteht
die Verwirklichung des Zen?»
Sofort ergriff der "Lachende Buddha" seinen Sack,
warf ihn sich über die Schulter und ging seines
Weges, ohne sich noch einmal umzuschauen.
Hotei, Die Freiheit des Zen
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Zen-Geschichten (19)
Es kam einmal ein Mönch zu dem chinesischen
Zen-Meister Tsao-shan (9. Jh.) und fragte ihn:
«Was an den Erscheinungen ist wahr?»
Tsao-shan sagte: «Erscheinung ist Wahrheit, und
Wahrheit ist Erscheinung.»
Der Mönch verstand nicht und fragte weiter: «Und
wo offenbart sich das?»
«Hier!», sagte der Meister und hob das Teebrett
in die Höhe.
Zensho W. Kopp, Die Freiheit des Zen
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Zen-Geschichten (20)
Es lebte einst ein Zen-Meister mit Namen Sekito (700-790), zu dem viele Mönche kamen, um von ihm belehrt zu werden. Sekito gab ihnen keinerlei Vorlesungen. Endlich verloren die Mönche die Geduld und bedrängten eines Tages den Meister, er solle zu ihnen reden.
Zu ihrem Erstaunen stimmte diesmal Sekito ohne jeden Vorbehalt zu und befahl dem diensthabenden Mönch, die Glocke zu läuten, als Zeichen, daß eine Vorlesung gehalten würde. Alle Mönche versammelten sich in der Halle. Voll Ruhe ging der Meister zum Rednerpult hinauf und sagte; «Für die Erklärung der Sutras gibt es Sutra-Gelehrte, für philosophische Erklärungen gibt es Philosophen. Ich aber bin ein Zen-Meister, und dies solltet ihr wohl bedenken.» Nach diesen Worten stieg er von der Rednertribüne herunter und ging in sein Zimmer zurück.
Zenkai Shibayama, Eine Blume lehrt ohne Worte
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