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Zitate zum Thema "Zen-Geschichten"
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Zen-Geschichten (21)
Einmal fragte ein Mönch den Zen-Meister Joshu: «Was ist dhyana?» Joshu gab eine ganz unerwartete Antwort: «Es ist Nicht-dhyana.» Noch einmal fragte der Mönch: «Wie kann dhyana Nicht-dhyana sein?» Joshu gab ihm keine theoretische Erklärung auf sein «Wie?», sondern sagte: «Es ist lebendig, lebendig.»
Zenkai Shibayama, Eine Blume lehrt ohne Worte
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Zen-Geschichten (22)
Eines Tages sagte ein Mann aus dem Volk zu Zen-Meister Ikkyû:
«Meister, wollt Ihr mir bitte einige Grundregeln der höchsten Weisheit aufschreiben?»
Ikkyû griff sofort zum Pinsel und schrieb: «Aufmerksamkeit.»
«Ist das alles?» fragte der Mann. «Wollt ihr nicht noch etwas hinzufügen?»
Ikkyû schrieb daraufhin zweimal hintereinander: «Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit.»
«Nun», meinte der Mann ziemlich gereizt, «ich sehe wirklich nicht viel Tiefes und Geistreiches in dem, was Ihr gerade geschrieben habt.»
Daraufhin schrieb Ikkyû das gleiche Wort dreimal hintereinander: «Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit.»
Halb verärgert begehrte der Mann zu wissen: «Was bedeutet dieses Wort "Aufmerksamkeit" überhaupt?»
Und Ikkyû antwortete sanft: «Aufmerksamkeit bedeutet Aufmerksamkeit.»
Philip Kapleau, Die drei Pfeiler des Zen
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Zen-Geschichten (23)
Wenn Bankei seine Meditationswochen in der Zurückgezogenheit abhielt, kamen Schüler aus vielen Teilen Japans, um daran teilzunehmen. Während eines dieser Treffen wurde ein Schüler beim Stehlen ertappt. Man trug die Sache Bankei vor, mit der Bitte, der Täter möge davongejagt werden. Bankei ignorierte den Fall.
Etwas später wurde der Schüler bei der gleichen Tat ertappt, und wieder übersah Bankei die Angelegenheit. Dies ärgerte die anderen Schüler, und sie schrieben ein Gesuch, in dem sie die Entlassung des Diebes forderten und erklärten, daß sie andernfalls alle zusammen fortgehen würden.
Als Bankei das Gesuch gelesen hatte, rief er alle zu sich. «Ihr seid weise Brüder», sagte er zu ihnen. «Ihr wißt, was recht ist und was nicht recht ist. Geht woanders hin, um zu studieren, wenn ihr wollt, aber dieser arme Bruder kann nicht einmal zwischen recht und unrecht unterscheiden. Wer wird ihn unterrichten, wenn ich es nicht tue? Ich werde ihn hier behalten, selbst wenn ihr anderen alle geht.»
Ein Strom von Tränen läuterte das Gesicht des Bruders, der gestohlen hatte. Jegliches Verlangen zu stehlen war ihm vergangen.
Paul Reps, Ohne Worte, ohne Schweigen, Paul Reps (Hrsg.)
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Zen-Geschichten (24)
Einst fragte ihn [Joshu] ein Schüler: «Wenn ich nichts in meinem Geist habe, was soll ich dann tun?»
Joshu antwortete: «Wirf es hinaus.»
«Aber wenn ich gar nichts habe, wie kann ich es dann hinauswerfen?» fuhr der Frager fort.
«Nun», sagte Joshu, «dann trage es hinaus.»
Paul Reps, Ohne Worte, ohne Schweigen, Paul Reps (Hrsg.)
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Zen-Geschichten (25)
Ikkyu, der Zen-Meister, war schon als Junge sehr klug. Sein Lehrer besaß eine wertvolle Teeschale, eine seltene Antiquität. Es geschah, daß Ikkyu diese Schale zerbrach, und er war sehr bestürzt darüber. Als er Schritte seines Lehrers hörte, hielt er die Stücke der Schale hinter sich. Der Meister erschien, und Ikkyu fragte: «Warum müssen die Menschen sterben?»
«Das ist natürlich», erklärte der alte Mann. «Alles muß sterben und lebt eben gerade so lange.»
Ikkyu zeigte die zerbrochene Schale und meinte: «Es war Zeit für Eure Schale zu sterben.»
Paul Reps, Ohne Worte, ohne Schweigen, Paul Reps (Hrsg.)
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Zen-Geschichten (26)
Joshu fragte Nansen: «Was ist der Pfad?»
Nansen sagte: «Das tägliche Leben ist der Pfad.»
Joshu fragte: «Kann man das studieren?»
Nansen sagte: «Wenn du versuchst, es zu studieren, so bist du fern davon.»
Joshu fragte: «Wenn ich es nicht studiere, wie kann ich dann wissen, ob es der Pfad ist?»
Nansen sagte: «Der Pfad gehört nicht der Welt der Wahrnehmung an, noch gehört er der Welt der Nicht-Wahrnehmung an. Erkenntnis ist eine Täuschung und Nicht-Erkenntnis ist sinnlos. Wenn du den wahren Pfad jenseits aller Zweifel erreichen willst, so versetze dich in dieselbe Freiheit, wie der Himmel sie hat. Du wirst sie weder gut noch nicht-gut nennen.»
Bei diesen Worten wurde Joshu erleuchtet.
Paul Reps, Ohne Worte, ohne Schweigen, Paul Reps (Hrsg.)
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Zen-Geschichten (27)
Ein Mönch fragte Fuketsu: «Ohne zu sprechen, ohne zu schweigen, wie kann man da die Wahrheit ausdrücken?»
Fuketsu bemerkte: «Ich erinnere mich immer an den Frühling in Süd-China. Die Vögel singen inmitten unzähliger Arten von Blumen.»
Paul Reps, Ohne Worte, ohne Schweigen, Paul Reps (Hrsg.)
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Zen-Geschichten (28)
Ein Philosoph fragte Buddha: «Willst du mir die Wahrheit sagen, ohne Worte, ohne Wortlosigkeit?»
Der Buddha schwieg.
Der Philosoph verneigte sich und dankte dem Buddha und sagte: «Durch deine Herzensgüte habe ich meine Täuschungen aufgeklärt und den wahren Pfad betreten.»
Nachdem der Philosoph gegangen war, fragte Ananda den Buddha, was dieser Mann erreicht habe.
Der Buddha antwortete: «Ein gutes Pferd läuft schon angesichts des Schattens einer Peitsche.»
Paul Reps, Ohne Worte, ohne Schweigen, Paul Reps (Hrsg.)
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Zen-Geschichten (29)
Ein junger Arzt mit dem Namen Shotei fragte Ryokan: «Ich möchte reich sein. Wie kann ich zu mehr Geld kommen?» Ryokan antwortete ihm: «Sei einfach ein guter Arzt, und sei nicht geizig.»
Ryokan, Alle Dinge sind im Herzen
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Zen-Geschichten (30)
Der Zen-Meister war mit einem Schüler in der Stadt unterwegs. Als sie an einem blinden Bettler vorbeikamen, sagte der Meister zu seinem Schüler: «Gib dem Mann ein Almosen!» Und der Schüler warf dem Mann eine Münze in den Hut. «Jetzt bedanke dich bei ihm», sagte der Meister. Der Schüler tat dies widerwillig und sagte wenig später: «Warum sollte ich mich verneigen, der Mann war doch blind?» Der Meister erwiderte: «Dies tut nichts zur Sache, die Verbeugung machst du für dich, und nicht für ihn. «Und», fügte er hinzu, «wer weiß, vielleicht ist der Mann ein Schwindler.»
Marco Aldinger, "Was ist die ewige Wahrheit?" "Geh weiter!"
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