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Wenn wir motiviert sind, haben wir Freude an der Bewegung (lat. movere = bewegen).
Bei jeder Tätigkeit sind Körper und Geist in Bewegung, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität wie etwa beim Sprint im Vergleich zum Schachspielen oder beim Schachspielen im Vergleich zum Vokabeln lernen.
Motivation ist eine psychische Energie, die Körper und Geist in Bewegung setzt.
Steht die Freude an der Betätigung als solcher im Vordergrund, sprechen wir von Eigenmotivation. Äußere Motivation liegt vor, wenn die Freude primär mit den Früchten der Betätigung verbunden ist (Lohn für Arbeit, Medaillen im Sport, gute Schulnoten usw.).
In einer konsum- und leistungsorientierten Gesellschaft ist "naturgemäß" äußere Motivation die treibende Kraft.
Darunter leiden besonders viele Kinder, die in den Schulen im Wesentlichen auf ihre Eigenschaften als potenzielle Leistungsträger in der Arbeitswelt der Erwachsenen reduziert werden.
Passen sich die Kinder und Jugendlichen den Anforderungen der Gesellschaft zu sehr an, laufen sie Gefahr, eine Leistungsneurose zu entwickeln, die an Symptomen wie innerer Leere, Gehetztsein und dem Mangel an Mitgefühl zu erkennen ist.
Verweigern sie sich dem Anpassungsprozess, besteht das Risiko einer Versagensneurose in Form von Antriebslosigkeit, niedrigem Selbstwertgefühl, Weltverneinung und Drogensucht.
Zum Thema "Motivation von Schülern" siehe auch meine Website: www.konzentrationlernen.de
Hat jemand die Erfahrung gemacht, dass Konsum und Leistung nur kurzfristige und oberflächliche, nie aber nachhaltige und tiefgründige Befriedigung vermitteln können, stellt sich die Frage nach dem Sinn unseres Handelns.
Dann kommt die dritte Motivationsquelle ins Spiel: die Intentionalität des Lebens oder des Tao, wie es die alten chinesischen Weisen nannten.
Mit den drei Motivationsquellen sind jeweils spezifische Fragen verknüpft:
1. Was will ich tun? (Innere Motivation)
2. Was will ich erreichen? (Äußere Motivation)
3. Was will geschehen? (Motivation des Tao)
In allen menschlichen Handlungen und Kommunikationsprozessen sind diese drei Motivationsquellen am Werke.
Die hohe Kunst des Lebens besteht nun darin, sich dieser Quellen bewusst zu sein und im Einklang mit ihnen zu handeln.
Voraussetzung dafür ist, dass wir intuitiv (Archetyp "Das Kind") oder bewusst (Archetyp "Der Weise") wissen, was wir tun bzw. erreichen wollen und bereit sind, darauf zu verzichten, wenn unsere Begierden und Ziele nicht im Einklang mit dem sind, was geschehen will, das heißt mit der Intentionalität des Tao als Totalität aller Existenz und Nichtexistenz.
Dieses bewusste oder intuitive Wissen ist immer dann gegenwärtig, wenn wir uns in einer meditativen Haltung befinden, in der wir alle motivationalen Impulse beobachten können.
Wenn wir nicht in unserer eigenen Motivation aufgehen, sondern eine beobachtende Distanz dazu einnehmen, liegt auch die Motivation unserer Kommunikationspartner offen vor uns wie ein Buch ohne sieben Siegel.
Gleichzeitig werden wir der Intentionalität des Tao gewahr, das heißt wir erfassen intuitiv, wie wir uns in der entsprechenden Situation optimal verhalten können.
So können wir mit innerer Ruhe und Gelassenheit beobachten, wie das Tao am Werke ist, und entgehen der Gefahr der Hyperreflexion, die Kennzeichen eines verbissen für seinen eigenen Vorteil kämpfenden Egos ist.
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| Hermes - Ein "Allroundtalent" unter den griechischen Göttern. Er war Gott des Handels, der Kaufleute, der Diebe und Betrüger, der Herden, des Schlafes und der Träume sowie der Redekunst und des Denkens. |
Erst wenn er sich voll dem Tao anvertraut, offenbart ihm dessen unbestechliche Intentionalität den vorgesehenen Weg, der sich mit oder gegen uns manifestieren wird.
Versuchen wir, gegen den Strom des Tao zu fließen, sind wir am Ende immer die Verlierer. Wir erreichen nichts oder das Gegenteil dessen, was uns auf lange Sicht gut tut, und verlieren dabei auch noch Kraft und Energie.
Dieses einfache Modell lässt sich auf alle Kommunikationsprozesse anwenden, zum Beispiel in Ehe, Partnerschaft, Freundschaft und Beruf.
Ob wir uns angemessen verhalten, ist nicht nur eine Frage der Gesinnungsethik, sondern auch der Vernunftethik.
Ein lateinisches Sprichwort lautet:
Mundus vult decipi, ergo decipiatur.
Die Welt will getäuscht werden, also soll sie getäuscht werden.
Nach diesem Motto verlaufen die meisten Kommunikationsprozesse, vor allem in der Geschäftswelt.
Es ist oft so einfach und scheinbar vorteilhaft, andere übers Ohr zu hauen. Ein Großteil der Werbung lebt davon.
Im so genannten Achtfachen Pfad warnt uns der Buddhismus vor den Folgen eines Handelns, das nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist:
Rechtes Reden, Rechtes Handeln und Rechter Lebenserwerb sind drei Elemente dieses Pfades, der uns nahe legt, unser Verhalten nach übergeordneten Gesichtspunkten (dem Wohl des Ganzen) auszurichten.
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| Siddharta (der das Ziel erreicht) Gautama, auch Buddha oder Shakyamuni genannt, lebte von circa 560 bis 483 v. Chr. Das Bild zeigt, wie der Buddha sich gegen verschiedene Dämonen und verführerische Ablenkungen abschirmt, die mentale Hindernisse symbolisieren, die jeder, der nach Erleuchtung strebt, überwinden muss. Nachdem Siddharta Gautama sein fürstliches Leben aufgegeben hatte, wanderte er jahrelang durch Indien auf der Suche nach Erleuchtung. Er praktizierte verschiedene Meditationstechniken, die ihn aber nicht befriedigen konnten. Schließlich soll er sich im Alter von 35 Jahren in der Nähe der indischen Stadt Gaya unter einem Baum niedergelassen und geschworen haben, sich nicht eher zu erheben, bis er erleuchtet sei. Der Überlieferung nach soll er, als der Morgenstern am Himmel erschien, die volle Erleuchtung erlangt haben. Danach ging er auf Wanderschaft und verkündete seine Lehre, die sowohl spirituelle als auch psychologische Elemente enthält. Zu den wichtigsten buddhistischen Verhaltensnormen zählt der so genannte Achtfache Pfad. |
Der Preis, den wir dafür zu zahlen haben, wenn wir uns in der Kommunikation mit anderen überwiegend am eigenen Vorteil orientieren, ist der des Selbstbetrugs.
Wir berauben uns der Erfahrung, Kommunikation als einen Prozess der gegenseitigen Bereicherung zu erfahren, bei dem wir mehr geschenkt bekommen, als wir mit egoistischem Handeln erbeuten könnten.
Die Alternative zum Egoismus ist keineswegs der Altruismus (bei dem wir unsere eigenen Motive verdrängen), sondern das einfache Motto: Leben und leben lassen!
Der Lohn für eine an der Intentionalität des Tao orientierten Kommunikation ist die Tatsache, dass wir mit ungetrübter Freude und nicht mit zynischer Schadenfreude in den Spiegel blicken können.
Diese Freude zieht Glück und Überfluss an in allen Bereichen unseres Lebens. Jedoch - bevor wir bekommen, was wir wollen -, müssen wir erst einmal wollen, was wir bekommen. Das heißt:
Wir müssen in allem "Unheil", das uns widerfährt, den Sinn erkennen, der sich im Tao als "Weg des Ganzen" vollzieht.
Wie können wir aber wissen, ob wir in der Kommunikation mit anderen im Einklang mit der Intentionalität des Tao sind?
Immer wenn wir uns von unserer inneren Stimme leiten lassen und nicht die Früchte unseres Handelns an die erste Stelle setzen, befinden wir uns im Einklang mit dem Tao.
Das mag uns gelegentlich um kurzfristige "Erfolge" bringen.
Wir werden dafür belohnt mit Lebenspartnern, die uns wirklich lieben, mit Freunden, die uns wahrhaftig schätzen und mit Geschäftspartnern, die uns uneingeschränkt vertrauen.
Wer in Wu-wei-Manier auf den Wellen des Tao zu reiten versteht, ist in allen Lebensbereichen ein Meister der Kommunikation.
Alle anderen werden früher oder später Opfer der Fluten, auch wenn sie zwischenzeitlich auf einer noch so großen verführerischen Erfolgswelle geritten sind.
Kann man im Einklang mit dem Tao leben und erfolgreich sein?
Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen haben - bis auf wenige Ausnahmen - zu allen Zeiten eher die Räuber, Ausbeuter, Bürokraten und Karrieristen bevorteilt.
Unter günstigen Bedingungen kann aber auch jemand, der dem Tao folgt, äußerlich erfolgreich sein, und zwar dann, wenn er in Qualifikation und Leistung den konkurrierenden "Raubtieren" überlegen ist, oder wenn er in einer Nische tätig ist, die jene meiden.
Wandelt aber jemand auf dem Achtfachen Pfad und hat zugleich äußeren Erfolg, dann gehört er zu den wahren Großen und ist ein leuchtendes Vorbild für alle, besonders für die Jugend, deren kindlich-naive Liebe zu allen Zeiten an der Kabale der "reifen" Erwachsenen zu verzweifeln drohte.
Was sie resignieren oder rebellieren lässt, ist nicht die Forderung nach Leistung und ebenso wenig das Streben nach Besitz und Macht, sondern die Verabsolutierung dieser Werte in der neurotischen Leistungsgesellschaft.
Wo sich alles um das Greifen und das Ergriffene dreht, wie Dudjom Rinpoche es formulierte, werden die vielfältigen Quellen der Motivation kanalisiert und überfluten alles, was sich ihnen in den Weg stellt, bevor sie schließlich im Sande versickern.
Was ist das für eine Energie, die uns so gierig greifen lässt?
Es sind unsere kanalisierten Triebe, das besessene Streben nach Macht, Geltung und Besitz, die hartnäckig nach Befriedigung verlangen.
Fügen wir durch die Befriedigung dieser Triebe anderen Schaden zu, wirken wir an einem Tao mit, das - wie es die großen Weisen des Ostens zu allen Zeiten betont haben - die Lebensumstände inszeniert, in denen wir diese Taten in der Opferrolle durchleben "dürfen" (Karma).
Was ist die Alternative? Verdrängung?
Versuchen wir einen starken Trieb zu verdrängen, nehmen wir Schaden an Körper, Geist und Seele und werden so auch für unsere Mitmenschen zu einer Belastung.
Dadurch, dass wir auf diese Weise einen Teil unseres Selbst verleugnen, hindern wir uns selbst daran, authentisch zu sein. Dies bedeutet hohen Energieverlust.
Unsere Motivation und Kommunikation leiden darunter und zwar in allen Lebensbereichen. Wie können wir diesem Dilemma entkommen?
Das Bild oben zeigt Buddha, wie er sich gegen diverse Versuchungen abschirmt. Er verdrängt die dämonischen Triebe nicht, im Gegenteil: Er ist sich ihrer Allgegenwärtigkeit bewusst. Allerdings schirmt er sie vom inneren Kern seines Wesens ab.
Wie hat er dieses Kunststück fertiggebracht?
Erinnern wir uns daran, dass Buddha in seinem "ersten Leben" als Prinz in Saus und Braus gelebt hat. Etwas salopp formuliert könnte man sagen, er habe "die Sau rausgelassen". Alle Annehmlichkeiten des Lebens (vor allem die sexuellen) hat er in vollen Zügen genossen.
Erst das Ausleben seiner Triebe ermöglichte es ihm, deren relative Nichtigkeit zu erkennen und zwar im Verhältnis zu neuen Werten, die die Leere ausfüllten, welche die Leid erzeugenden Triebe hinterlassen hatten. Und erst dieser Transformationsprozess machte ihn frei von inneren Versuchungen und Ablenkungen.
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| Paulus von Tarsus Nach einer Jesuserscheinung soll er drei Tage blind gewesen sein und sich dann (wieder sehend) vom Christenverfolger zum Verkünder des Christentums gewandelt haben. Kritiker (u.a. Nietzsche und Deleuze) halten ihm vor, der Urvater des christlichen Dogmatismus zu sein und einen Priestertyp kreiert zu haben, der - wie Deleuze meint - "noch viel schrecklicher war, als die vorhergehenden" [die Pharisäer]. |
Siddharta erreichte sein Ziel also nicht durch Verdrängung und Leugnung, sondern dadurch, dass er den Bardozustand der Hungrigen Geister auf die Spitze trieb. Erst dadurch konnte ein schöpferisches Vakuum entstehen, ein transformierender Mutterschoß, aus dem alles neue Leben geboren wird.
Den gegenwärtigen Bardo bewusst erleben und auf die Spitze treiben. Genau das empfiehlt uns auch Chögyam Trungpa in seinem Buch Die Insel des Jetzt im Strom der Zeit. Salopp formuliert könnte man sagen: Willst du einst an nichts mehr haften, lebe deine Leidenschaften! - oder, wie Marcel Proust es ausdrückte:
"Man kann von einem Leiden nicht genesen,
wenn man es nicht in ganzer Stärke durchlebt."
Zitat aus: Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
An dieser Stelle lockt uns das institutionalisierte Christentum immer wieder in die gleiche Falle.
Es versucht, "Verdrängungsheilige" aus uns zu machen, die die Nichtigkeit ihrer Begierden nie erfahren können, weil sie sich - aus Angst vor Sünde und Verdammnis - dem Erfahrungsprozess gar nicht erst aussetzen. So entsteht - wie im Falle des Paulus von Tarsus - Pseudoreligiosität mit all ihren neurotischen Auswüchsen und eine krisensichere Therapeutenbranche in Ländern mit überwiegend christlicher Bevölkerung.
Wir Westler sollten uns dieser zivilisationsbedingten neurotischen Grundstruktur bewusst sein. Nur so können wir wirkliche und nachhaltige Befreiung erlangen. Das ist kein Plädoyer für ein rücksichtsloses "die Sau rauslassen". Im Gegenteil:
Wer bewusst seine Triebe auslebt, wird schließlich deren relative Nichtigkeit erfahren und, - ob er will oder nicht - , eine Transformation sowie die damit einhergehende Veränderung seiner Motivations-, Kommunikations- und Handlungsstruktur erleben. Er wird diejenigen, die (noch) triebhaft greifen, verstehen, selber aber sich aus Erfahrung und Eigeninteresse am Wohl des Ganzen orientieren, sei dies eine Familie, ein Unternehmen oder ein Staat.
Aus solchem Holze sind echte Führungspersönlichkeiten geschnitzt: Für sie sind Leistung und Liebe, Erfolg und gewaltfreie Kommunikation keine Gegensätze, sondern eine magische Verbindung, die optimale Motivation, Kommunikation und Leistung hervorbringen kann.
Im Zeitalter der Globalisierung ändern sich die ökonomischen, ökologischen, soziologischen und psychologischen Strukturen mit einer historisch beispiellosen Geschwindigkeit. Wir wissen heute, dass die Erde auf Katastrophen globalen Ausmaßes zusteuert, wenn in dieser rasanten Bewegung der Eigennutz die Oberhand behält. Die Probleme der Gegenwart und Zukunft können nur bewältigt werden von starken Führungspersönlichkeiten, deren Motivation und Kommunikation nicht an Partikularinteressen gekoppelt ist, sondern sich am Wohl der Schöpfung orientiert.
| >> Energie und Psychosomatik |
(C) PSP Köln




