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Philosophische Praxis und Spirituelle Praxis

Philosophische Praxis Köln



Philosophische Beratung und Philosophisches Coaching


Wahrnehmung und Wahrheit
Anhaftungen und Blockierungen wahrnehmen, deren Schädlichkeit spüren, sich von ihnen befreien, die freigesetzte Energie kreativ nutzen, das freiere Leben mit Gelassenheit und Freude genießen.

Wann ich eine Philosophische Praxis aufsuchen würde ...

1. Zunächst müsste es irgendetwas in meinem Leben geben, von dem ich mir wünsche, dass es nicht da wäre, oder irgendetwas, das nicht da ist, und dessen Dasein ich mir wünsche.

2. Mir müsste nach vielen vergeblichen Versuchen klar sein, dass ich die gewünschten Wandlungen alleine oder zusammen mit den vorhandenen vertrauten Personen nicht zufriedenstellend realisieren kann.

3. Ich müsste zuversichtlich sein, dass es überhaupt Möglichkeiten gibt, durch mein eigenes Verhalten auf den Verlauf meines Lebens Einfluss nehmen zu können.

4. Der Person, die ich aufsuche, müsste ich zutrauen, dass sie mir dabei behilflich sein will und kann.

5. Der philosophische Berater sollte mir auf Augenhöhe begegnen und sich nicht für einen Besserwisser halten, wie das in psychologischen Praxen manchmal der Fall ist.

6. Es müsste sich um einen der seltenen Menschen handeln, die ein starkes Einfühlungsvermögen besitzen, ohne in irgendeiner Form von mir Besitz ergreifen zu wollen.

7. Mein philosophischer Coach müsste eigene existenzielle Krisen erfolgreich durchgestanden haben und mir die dabei gewonnene Krisenbewältigungskompetenz so bereitwillig zur Verfügung stellen, als gehe es um seine eigene Sache.

8. Während der Sitzungen müsste ich tiefer mit mir in Berührung kommen, als es mir allein oder mit anderen Menschen möglich ist.

9. Dabei müsste der Berater den schwierigen Drahtseilakt fertigbringen, mir ganz nah zu sein und gleichzeitig die notwendige Distanz zu bewahren, die der Respekt vor meiner eigenen Autonomie gebietet.

10. Ich würde mich niemals mit jemandem beraten, der mich in John-Wayne-Manier mit noch so gut gemeinten Ratschlägen aus der Hüfte durchlöchert, sondern bei dem sich aus der Arbeit heraus organisch ergibt, was zu tun ist.

11. Mein philosophischer Coach müsste konsequent prozesshaft denken und handeln, das heißt frei sein von therapeutischen und moralischen Zwangsvorstellungen.

12. Zentraler Maßstab für das Gelingen der gemeinsamen Arbeit in einer Philosophischen Praxis wäre für mich die Beobachtung, dass ich bezüglich dieser drei Qualitäten gestärkt daraus hervorginge: Lebensfreude, Gelassenheit, Urvertrauen.


Philosophische Beratung – ein weites Feld

Wer redet, spult Altes ab. Wer laut denkt, entwickelt etwas Neues

Hat schon einmal jemand zu Ihnen gesagt: "Denk doch einfach mal laut!?" Dann wissen Sie, wie befreiend es sein kann, wenn man seine Gedanken ungeschützt äußern kann. Frei denken können wir dann, wenn unser Kommunikationspartner bei voller Präsenz so wenig wie möglich interveniert. Dann können unsere Gedanken fließen und wir finden zu innerer Klarheit. Philosophische Beratung und Philosophisches Coaching bedeuten vor allem, mit sich selbst zurate gehen, in Gegenwart eines präsenten Begleiters, der es ermöglicht, dass sich innere und äußere Räume öffnen oder wie Antoine de Saint-Exupéry es einmal formuliert hat: "Ich brauche vor allem einen, der sich wie ein Fenster aufs Meer hin öffnet, nicht aber einen Spiegel, vor dem ich mich langweile."


Wo Weite ist, braucht man nicht das Weite zu suchen

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie nach einem längeren Waldspaziergang plötzlich auf ein weites Feld treffen? Ihr Blick kann in die Ferne schweifen, ohne von irgendetwas eingeengt zu werden. Sie atmen tief und ruhig und fühlen sich frei. Genauso sollte es sein, wenn man eine Philosophische Praxis betritt: Wie auf einem weiten Feld fehlen die Dinge, die uns die Aussicht verstellen.

Sinn erschließt sich im Gewahrsein, nicht im Suchen

Das größte Leid ist nur halb so schlimm, wenn wir seinen Sinn erkennen. Versetzt uns das Schicksal einen harten Schlag, dann neigen wir zur Verzweiflung und stellen den Sinn von allem fundamental infrage, den Sinn unseres eigenen Lebens oder gar des Lebens schlechthin. Was uns aber vordergründig als "Un-Sinn" erscheint, ist – von höherer Warte aus betrachtet – genau das, was uns in dieser Lebenssituation begegnen musste. "Was uns nicht umbringt, macht uns stärker." Friedrich Nietzsche. Schicksalsschläge sind genauso sinnvoll wie ekstatische Gipfelerlebnisse. Diesen Sinn muss jeder für sich selbst entdecken.

Selbstentdeckung als Entdeckung des Seienden selbst

Uns selbst zu entdecken, ist das größte Abenteuer, auf das wir uns einlassen können. Unsere Innenwelt beinhaltet die gesamte Schöpfung und somit mehr, als wir in der äußeren Welt entdecken können. Machen wir die Erfahrung, dass unser Selbst alles umfasst, erschließt sich uns zugleich dessen formhafte Leere. Das sokratische "Erkenne dich selbst" und die östliche Lehre von der Leere des Selbst widersprechen sich nicht. Beim Abenteuer der Selbstentdeckung stoßen wir auf Tiefenregionen des Bewusstseins, in denen Selbsterkenntnis und Weltverständnis identisch sind.

Kommunikation an der Quelle des Daseins

Der gewöhnliche Geist ist ein Meister der Abschweifung. Ein Gedanke reiht sich an den anderen und führt uns immer weiter weg von dem einzigen "Ort", an dem Leben existiert: der Gegenwart. In der Philosophischen Praxis bemühen wir uns den Versuchungen der Abschweifung zu widerstehen und verweilen mit unserem Geist an der Quelle des Lebens, aus der in jedem Augenblick neue Daseinsformen hervorsprudeln. Im gelungenen Dialog erleben wir die Gegenwart des einen Geistes, der kein Innen und Außen, kein Ich und Du kennt.

Vorrang der Praxis vor der Theorie

Philosophie hat den Ruf, der Inbegriff des Unpraktischen zu sein. So sah es auch Goethe im Faust: "Ich sag es dir: ein Kerl, der spekuliert, ist wie ein Tier auf dürrer Heide; von einem bösen Geist im Kreis herumgeführt, und rings umher liegt schöne grüne Weide." Die praktische Philosophie hat vor allem eine Aufgabe: uns von dem bösen Geist zu befreien, der uns an dürren Orten kreisen lässt und so gefangen hält. Philosophie kann also beides sein: Krankheit und Heilmittel. Steht sie im Bunde mit dem Leben, dann ist sie keine graue Theorie, sondern grün wie des Lebens goldner Baum, so wie Goethe es im Faust formuliert hat..

Wer präsent ist denkt, ohne in Gedanken zu sein

Alle warten auf Godot, doch er kommt nicht. Warum? Weil er schon längst da ist und immer da war. Auf ihn wartend bemerken wir seine Gegenwart nicht. Godot befindet sich in der einzig existierenden Zeitdimension: im Hier und Jetzt. Wir, die Wartenden, die mit unseren Gedanken in die Vergangenheit oder Zukunft Entflohenen, befinden uns an "Orten", wo Godot nie hinkommen wird, ja nie hingelangen kann. Wollen wir Godot treffen, dann müssen wir einfach nur da sein und bleiben, wo wir sind.

Als Selbstbegrenzung enttarnte Grenzen werden transparent

Gewöhnliches Denken ist die Kraft der Begrenzung. Der ursprüngliche Geist ist die Kraft der grenzenlosen Freiheit. Das Licht braucht für circa 300.000 km eine Sekunde. Der Geist benötigt für das Zurücklegen unendlicher Entfernungen null Sekunden. Als menschliche Wesen halten wir die unendliche Freiheit unseres Geistes nicht aus. Wir benutzen unsere Gedanken zur Grenzmarkierung und halten das darin Eingezäunte für die ganze Wirklichkeit. Im freien Dialog nehmen wir uns die Freiheit, unsere Grenzmarkierungen zu entdecken und zu entfernen.

Der analysierte Mensch ist ein zerstückeltes Wesen

Psychoanalytiker sind, wie der Name verrät, Seelenzergliederer. Akribisch analysieren sie die Situation, in der wir uns befinden. Der Schwerpunkt liegt nicht auf dem, was wir sind oder sein könnten, sondern auf dem, was wir einmal waren. Bis zu einem gewissen Grad kann eine Situationsanalyse sinnvoll sein, wenn sie uns verstehen hilft zu begreifen, wie wir dort hingekommen sind, wo wir uns jetzt befinden. Im gelungenen Fall sind wir dann aufgeklärt, aber noch lange nicht mit uns im Reinen. Dazu bedarf es einer Situationssynthese, in der auf einer neuen Bewusstseinsebene das wieder zusammengesetzt wird, was vorher auseinandergenommen wurde.

In der inneren Stimme schlummern Kraft und Orientierung

Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir von innen oder von außen gesteuert werden? Überall lauern die Mächte der Außensteuerung uns auf: in der Politik, in den Medien, in der Werbung, am Arbeitsplatz, bei Freunden und in der Familie. Sich von außen steuern zu lassen, ist bequem und kann sogar, wenn man es geschickt anstellt, zu einem gewissen Erfolg führen. Der Nachteil: Wir machen uns selbst zu Marionetten. Wollen wir uns selbst steuern, müssen wir in Kontakt mit unserer inneren Kraftquelle sein. Sokrates nannte sie sein "Daimonion", die innere – göttliche – Stimme oder das Naturgesetz: Das Gegenteil von Fremdbestimmung ist Urvertrauen.

Wo es keine Projektionen gibt, gibt es auch keine Konflikte

Wir greifen immer dann zu Projektionen, wenn wir unsere eigenen Schatten nicht sehen wollen. Sind wir nicht bereit oder in der Lage, die Ursachen für Vorlieben und Abneigungen in uns selbst zu finden, bleibt uns gar nichts anderes übrig, als unseren Schatten nach außen zu projizieren. Projektionen haben eine Entlastungsfunktion, die wir so lange brauchen, wie wir uns zu schwach fühlen, um uns mit eigenen Unvollkommenheiten auseinanderzusetzen. Kleben wir aber dauerhaft an unseren Projektionen fest, dann verhindern sie nicht nur Selbsterkenntnis, sondern ziehen auch die Projektionen anderer auf uns magisch an.

Kein Betrug ohne Selbstbetrug

Instrumentalisierung ist ein Synonym für egoistisches Handeln. Dem Ego interessiert es nicht, welche Folgen eine bestimmte Handlung für andere hat: Hauptsache, sie bringt ihm Nutzen. Der andere ist lediglich ein Instrument des eigenen Willens. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern für alle Lebewesen und im weitesten Sinne für die gesamte Schöpfung. So ist beispielsweise die Rodung der Regenwälder ein Akt der Instrumentalisierung, die immer zugleich Selbstinstrumentalisierung ist. Wir degradieren andere Subjekte und Objekte nämlich nur deshalb zu Instrumenten unseres Willens, weil das eigene Ego unser Selbst instrumentalisiert. In einer philosophischen Beratung lässt sich auf tiefgründige Weise klären, wo wir andere zu Objekten machen und wo wir selber instrumentalisiert werden.

Wo es keine Identifikation gibt, herrscht Gelassenheit

Die östliche Philosophie in ihren verschiedensten Ausrichtungen fordert uns immer wieder auf zur Nicht-Identifikation. Aber auch die westliche Philosophie kennt zahlreiche Denker – hier sind vor allem die Mystiker zu nennen –, die uns vor den Folgen einer Identifikation mit unserem Denken, Fühlen und Handeln warnen. Jede Identifikation ist eine Festlegung, und jede Festlegung verhindert mögliche Wirklichkeiten. Verzichten wir auf Identifikationen und vertrauen auf das freie Spiel von Möglichkeiten und Wirklichkeiten, dann schaffen wir die Raum- und Zeitqualität, in der sich jeweils das für uns Optimale manifestieren kann.

Gedanken sind Konstrukteure von Wirklichkeiten

Watzlawicks Geschichte mit dem Hammer ist ein amüsantes Beispiel für die Art, wie wir unsere Wirklichkeit selbst konstruieren. Es geht hier um den Zusammenhang zwischen Denken, Fühlen und Handeln und dem, was uns als vermeintliches Schicksal in der Welt begegnet. Wie oft sind wir nicht schon in die "Was-aber-wenn-Falle" getappt? Die selbstkonstruierte Wirklichkeit geht aber weit darüber hinaus. Alle Gedanken, Vorstellungen, Gefühle und Handlungen bekommen wir schließlich als äußere Wirklichkeit gespiegelt.


Philosophische Beratung und Philosophisches Coaching Köln

Das Beratungshonorar beträgt 90 Euro pro Zeitstunde.
Abhängig von den persönlichen Einkommensverhältnissen und der Anzahl der Termine kann ein hiervon abweichendes Honorar vereinbart werden.

Kontaktaufnahme bitte per Mail



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