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Augenblicke der Schönheit sind Blicke des Herzens.
Spirituell leben bedeutet für mich, alles was existiert, zugleich als immanentes und transzendentes Phänomen wahrzunehmen und dieser existenziellen Grundhaltung gemäß zu handeln. Ich bin noch keinem Menschen begegnet, dem das zu hundert Prozent gelingt, und glaube auch nicht, dass es überhaupt möglich ist. Den entscheidenden Unterschied zwischen einem spirituellen und einem weltlichen Menschen sehe ich darin, dass Ersterer in Herz und Seele das unbändige Verlangen spürt, spirituell zu leben und eher bereit ist, auf weltliche Güter, Ämter und Auszeichnungen zu verzichten, als in starrer Immanenz dahinzuvegetieren. Zu allen Zeiten haben die scheuklappenhaft weltlich orientierten Menschen auch die Welt regiert, und spirituelles Leben konnte sich nur in kleinen Oasen geistiger Freiheit entwickeln. Doch nie zuvor hat der totalitäre Materialismus eine so globale Vormachtstellung eingenommen wie in unserer heutigen Zeit. Hierin liegt einer der Hauptgründe für das derzeit wachsende Bedürfnis nach Spiritualität, aber auch für die ökonomischen, sozialen und psychischen Zwänge, die sich heute jedem wahrhaft spirituell lebenden Menschen in den Weg stellen. Der boomende Esoterikmarkt ist eine systemimmanente Folge dieser Entwicklung, doch gewiss keine Lösung. Ich sehe darin den zynischen Versuch cleverer Kapitalisten, das wachsende Bedürfnis nach authentischer Spiritualität für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. Obwohl ich selber seit den 1980er Jahren spirituelle Beratung anbiete und praktiziere, bin ich über diesen Boom keineswegs glücklich. Ich weigere mich, den Entertainer für pseudospirituelle Esoterikfreaks zu spielen und bitte diese, mich mit Anfragen zu verschonen. Wer dagegen ernsthaft spirituell leben möchte und dabei auf Hindernisse stößt, die sich aus eigener Kraft nicht oder nur schwer überwinden lassen, dem stelle ich mich gern als spiritueller Berater bzw. Begleiter zur Verfügung. |
| Spirituell leben heißt achtsam leben Thich Nhat Hanh beschreibt in seinem Buch Lächle deinem eignen Herzen zu was es bedeutet, eine Mandarine mit Achtsamkeit zu essen. Wenn wir achtsam sind, erleben wir das Hier und Jetzt in seiner schlichten Einfachheit. Unser Denken, Fühlen und Handeln sind genau an dem Ort, wo wir uns gerade befinden. Kein ablenkender Gedanke stört die Vollkommenheit des Augenblicks. Das klingt einfach, gehört aber zu den schwierigsten Dingen des Lebens. Wir haben die Neigung, dem Gegenwärtigen zu entfliehen, um mit unseren Gedanken durch Vergangenheit und Zukunft zu reisen. Ohne Achtsamkeit leben wir nicht wirklich, denn alles Lebendige existiert nur in der Dimension der Gegenwart.
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Für spirituelle Menschen ist das Leben eine permanente Meditation Wie oft und wie lange sollen wir meditieren? Die Antwort lautet: immer! Es nutzt überhaupt nichts, regelmäßig und lange zu meditieren, wenn die Meditationspraxis mit dem Ertönen der Klangschale endet. Das Sitzen in Versenkung macht nur dann Sinn, wenn wir die achtsame Haltung aus der Meditation mit in den Alltag nehmen. Ein Buddha wäre, wem dies vollkommen gelänge. Permanente Meditation ist ein regulatives Prinzip, an dem wir uns orientieren sollten, auch wenn uns die Verwirklichung nie hundertprozentig gelingt. Es ist schon ein großer Erfolg, wenn wir unsere meditative Haltung über weite Strecken des Alltags beibehalten. Zu einer gewissen Meisterschaft ist gelangt, wem dies auch noch - in Form von luziden Träumen - im Schlaf gelingt. Spirituelle Praxis bedeutet, die meditative Haltung allmählich auf unser ganzes Leben auszudehnen.
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Wiedergutmachung statt Reue Wir alle haben in unserem Leben Handlungen begangen, mit denen wir anderen mehr oder weniger bewusst geschadet haben. Auf diese Weise haben wir unsere Seele verunreinigt. Keine Seele ist aber so schwarz, dass sie sich nicht selbst reinigen könnte. Es genügt vollkommen, wenn wir die Fehler, die wir begangen und als solche erkannt haben, nicht wieder tun und ihnen Taten folgen lassen, die anderen Lebewesen gut tun. Auf diese Weise reinigen wir uns von negativem Karma und brauchen keine Gewissensbisse mehr zu haben. Im Gegenteil: Der Blick zurück auf eine "sündige" Vergangenheit lässt uns - wie einst Lot - zur Salzsäule erstarren.
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Spiritualität ist Befreiung zum Licht Das Licht kennt keine Zeit, wie nach den alten Mystikern nun auch die moderne Physik erkannt hat. Es ist ein sinnlich wahrnehmbares Symbol der Ewigkeit. Als menschliche Wesen sind wir alle Kinder des Lichts, oder - wie der Quantenphysiker David Bohm es einmal ausgedrückt hat - "gefrorenes Licht". Der Himmel ist überall dort, wo Lichtbewusstsein existiert, während die Hölle ein Zustand der Lichtvergessenheit ist. Himmel und Hölle sind also keine Dimensionen eines Jenseits, sondern überall dort zu finden, wo es Bewusstsein gibt.
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Spiritualität öffnet das Tor zu unserer persönlichen Mythologie Gibt es ein Drehbuch für mein Leben? Wenn ja, wer ist der Autor? Kann ich selber am Drehbuch mitschreiben? Wer führt Regie? Welche Rolle spiele ich? Nehmen wir als Beispiel den Hauptdarsteller eines Films. Erfahren wir einiges über die wichtigsten Stationen seines Lebens - von der Kindheit bis zum Tod -, dann können wir uns ein Bild von seiner persönlichen Mythologie machen. Wir wissen, wie er leben wollte und wie sein Leben tatsächlich verlaufen ist, sind Augenzeuge, wie sein Schicksal ihn formt und wie er es selbst gestaltet. Auch wir haben unsere persönliche Mythologie, die wir entweder ignorieren oder uns bewusst machen können. Entscheiden wir uns für Letzteres, dann können wir erkennen, wann unsere alten Mythen als Lebensleitfaden ausgedient haben und sind in der Lage, sie durch Mythen zu ersetzen, die uns befriedigendere Lebensperspektiven eröffnen.
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Spirituell leben heißt einfach leben Einfach leben ist nicht einfach, doch es macht unser Leben leichter. Das gesamte Eigentum Mahatma Gandhis soll zum Zeitpunkt seines Todes in einem Schuhkarton Platz gefunden haben. Wir schleppen dagegen Dutzende von Koffern durch unser Leben und haben keine Hand frei für das, was uns wirklich glücklich sein lassen könnte. Einfach leben hat aber nichts mit Armut zu tun. Im Gegenteil: Beschränken wir uns freiwillig auf das, was wir wirklich brauchen, können Reichtum und Fülle sich erst richtig entfalten. Einfachheit schafft Raum für Klarheit, Übersicht, Flexibilität, Spontaneität, Kreativität, Natürlichkeit und Herzenswärme. "Der Schlüssel zu einer glücklichen Ausgewogenheit im modernen Leben ist Einfachheit." (Sogyal Rinpoche, Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben)
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Bedingungslose Liebe ist das Herz des spirituellen Menschen Es ist eine Illusion zu glauben, irdische Liebe könnte bedingungslos sein. Unsere Liebe zu allen Geschöpfen dieser Erde, ja zur Schöpfung schlechthin, ist immer mittelbar. Wir lieben Menschen, Tiere, Gegenstände um ihrer Eigenschaften willen, also bedingt. Nur den Schöpfer selbst, also das Unbedingte, können wir bedingungslos lieben. Jesus sprach: "Wer seinen Vater oder seine Mutter mehr liebt als mich, verdient es nicht, mein Jünger zu sein." (Matthäus 10.37) Die bedingungslose Liebe zum Schöpfer als dem Urgrund allen Seins verwandelt die bedingte Liebe zu unseren Liebsten vom Tauschgeschäft in wahre Liebe.
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Wer spirituell lebt, handelt, ohne zu handeln Im Westen wird der Begriff Wu wei oft missverstanden. Er bedeutet keineswegs, dass wir die Hände in den Schoß legen sollen. Entscheidend ist, von welchen Impulsen unser Handeln geleitet wird. Haben wir bei allem, was wir tun, nur unseren eignen Vorteil im Auge, oder unterwerfen wir unseren Willen und unser Handeln der Intentionalität des Tao bzw. dem Willen des Schöpfers? Als Jesus sprach: "Nicht mein, sondern dein Wille geschehe", handelte er nach dem Willen Gottes und verzichtete damit auf ein an rein irdischen Motiven orientiertes Handeln. Genau das bedeutet wu wei: Handeln nach dem universellen Gesetz.
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Surfen auf den Wellen des Tao Ein Wellenreiter hält sich um so länger aufrecht, je perfekter er sich in seinen Bewegungen den Wellen anpasst. So ist es auch mit dem Tao, dessen Wellen uns durch unser ganzes Leben begleiten, während es selber unbewegt bleibt. Es liegt an uns, ob wir darauf surfen, oder von ihm weggespült werden wollen. Das Tao ist der weiseste Wegweiser. Es ist über jeden Irrtum erhaben. Wer sich ihm anvertraut, den führt es sicher zum Hafen seiner Bestimmung. Wer dagegen glaubt, selber über jeden Zweifel erhaben zu sein, den lässt es in die Tiefe sinken oder an Felsklippen zerschellen.
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In der spirituellen Praxis öffnet sich das Auge der Schönheit In Abwandlung eines Goethe-Spruchs: Wär' nicht das Auge schön, die Schönheit könnt' es nie erblicken. Das Auge als Organ ist nur ein Hilfsmittel, mit dem wir die Schönheit unserer Seele wahrnehmen. Alles, was wir schön finden, ist nichts anderes als das Spiegelbild unserer eigenen Seele. Deshalb gilt auch: Wär' nicht die Seele schön, die Schönheit könnt' sie nie erblicken. Es gibt keine Schönheit irgendwo da draußen. Was ich schön finde, das bin ich. Solange wir noch irgendetwas Schönes auf der Welt entdecken, ist unsere Seele lebendig.
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Spiritualität ist universelles Mitgefühl Mitgefühl setzt das Bewusstsein voraus, dass wir das sind, mit dem wir fühlen. Mangelndes Mitgefühl resultiert aus der Illusion der Dualität. Aus Sicht der philosophia perennis - ebenso wie aus der Quantenperspektive - gibt es kein einziges isoliertes Wesen auf der Welt. Alles ist eins. Wenn wir sagen: "Ich freue mich für dich" oder "Du tust mir leid", haben wir kein echtes Mitgefühl. Dieses setzt voraus, dass wir uns mit dem anderen freuen und mit dem anderen leiden.
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Befreiung von hinderlichem Ballast Anhaftung ist aus buddhistischer Sicht eines der größten Hindernisse auf dem Weg der Befreiung. Das woran wir haften, wird zu einem Teil von uns, den wir unser ganzes Leben mit uns herumschleppen. Jedes neue Objekt, an dem wir kleben, macht uns schwerer und unbeweglicher. Im schlimmsten Fall verwenden wir den größten Teil unserer Lebensenergie darauf, das woran wir uns angeheftet haben, zu verwalten. Die Hauptmotive für unser Anhaften sind Gier und Angst, das heißt die Sucht, sich etwas einverleiben zu müssen oder die Angst, etwas Einverleibtes zu verlieren. Der Preis, den wir dafür bezahlen, heißt Freiheit. Wir werden immer mehr zu Sklaven der Objekte, an die wir uns gekettet haben. Erst wenn wir diese Ketten spüren, können wir uns von ihnen befreien.
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Spirituelle Weisheit ist die Lehre der Leere Der horror vacui, die Angst vor der Leere, veranlasst uns dazu, uns immer mehr vollzustopfen. Wir schleusen oft an einem Tag mehr Informationen durch unser Gehirn als manch vorindustrieller Mensch in einem Monat. Um der inneren Leere auszuweichen, sind wir wahre Meister geworden im Erfinden "sinnvoller" Tätigkeiten. Leere innere Räume ertragen wir nicht lange und greifen meist zum erstbesten Impuls, um sie auszufüllen. Schöpferische Energie braucht aber gerade den leeren Raum, um sich entfalten zu können. Gelingt es uns, den ersten verführerischen Aktionsimpulsen zu widerstehen, wird unser Geist irgendwann ruhig wie ein stilles Meer. Dann sind unsere Antennen gereinigt und frei, um Impulse aus dem Unbewussten zu empfangen, die uns mit dem versorgen, was wir wirklich brauchen.
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Der spirituelle Mensch lebt im Bewusstsein der ewigen Gegenwart Wir stellen uns die Ewigkeit meist vor als einen Zeitraum von unendlicher Dauer. In Wirklichkeit aber manifestiert sie sich immer wieder neu in einem einzigen Augenblick. Die Ewigkeit kennt keine Zeit, sie ist zeitlos. Dass wir unsere Welt nur als zeitliche Abfolge in den Dimensionen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wahrnehmen können, hat mit unserem subjektiven Wahrnehmungsvermögen zu tun. Das erste Bild auf einer Filmrolle zum Beispiel befindet sich in derselben Zeitdimension wie das letzte. Schauen wir uns den Film an, können wir die Bilder aber nur nacheinander wahrnehmen. Im Urgrund allen Seins sind alle Bilder des Kosmos - ähnlich wie auf einer Filmrolle - jenseits von Raum und Zeit implizit (im Sinne von David Bohm) enthalten.
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Spirituelle Beratung Köln
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